Pflegeunterstützungsgeld - Finanzieller Ausgleich bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung

Wird ein Mensch plötzlich pflegebedürftig oder verändert sich seine Pflegesituation, trifft das auch seine Angehörigen unerwartet. Sie müssen nun schnellstmöglich Behörden aufsuchen, einen Heimplatz suchen oder einen Pflegedienst kontaktieren – zusätzlich zu ihrem eigenen Alltag.
In diesem Fall können sich berufstätige Angehörige kurzzeitig von der Arbeit freistellen lassen und erhalten finanzielle Unterstützung für diesen Zeitraum: das Pflegeunterstützungsgeld.

Eine Pflegesituation ist akut,

Mann mittleren Alters telefoniert und schreibt vor seinem aufgeklappten Laptopitzend

... wenn sie plötzlich und unerwartet auftritt. Sie erfordert die sofortige Organisation der bedarfsgerechten Pflege oder der pflegerischen Versorgung. Zum Beispiel:

  • wenn nach einem Krankenhausaufenthalt die pflegerische Anschlussversorgung gesichert werden muss
  • wenn eine Pflegebedürftigkeit plötzlich eintritt oder
  • wenn eine bestehende Pflegebedürftigkeit sich plötzlich verschlechtert

Eine akute Pflegesituation ist beispielsweise nicht:

  • eine akute Erkrankung des Pflegebedürftigen (Bronchitis, Magen-/Darmerkrankung etc.)
  • ein Arztbesuch
  • ein vorübergehender Ausfall der Pflegeperson (durch Krankheit oder Urlaub)
  • der Umzug des Pflegebedürftigen von einer stationären Pflegeeinrichtung in eine andere

Was ist Pflegeunterstützungsgeld und wie hoch ist es?

Wer kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren muss, kann sich bis zu zehn Tage unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen. Um diese Zeit finanziell zu überbrücken, erhalten Sie von uns Pflegeunterstützungsgeld. Der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld gilt einmalig für jeden Pflegebedürftigen. Es kann unter mehreren Angehörigen aufgeteilt werden.

Höhe

  • Das Pflegeunterstützungsgeld beträgt 90 Prozent Ihres ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.
  • Pro Kalendertag zahlen wir maximal 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung aus.
  • Das Pflegeunterstützungsgeld ist beitragspflichtig. Die Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden von der Auszahlung abgezogen.

Voraussetzungen für Pflegeunterstützungsgeld

  • Eine akute Pflegesituation liegt vor

  • Der oder die Pflegebedürftige ist bei der BKK VBU Pflegekasse versichert

  • Sie sind ein naher Angehöriger der pflegebedürftigen Person

  • Sie haben sich für bis zu zehn Tage unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen und erhalten für diesen Zeitraum kein Gehalt von Ihrem Arbeitgeber

  • Sie reichen umgehend einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei uns ein, wenn die akute Pflegesituation eingetreten ist

  • Sie legen Ihrem Antrag ein ärztliches Attest bei, aus dem die akute Pflegesituation des Betroffenen hervorgeht

Pflegeunterstützungsgeld beantragen

Senden Sie uns den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bitte ausgefüllt zu und legen Sie das ärztliche Attest bei – entweder im Original oder, wenn das Original dem Arbeitgeber vorliegt, als Kopie.

Häufige Fragen

Wer ist ein "naher Angehöriger"?

  • Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Stiefeltern
  • Ehegatten und Lebenspartner/innen
  • Partner in lebenspartnerschaftlichen Gemeinschaften
  • Geschwister
  • Schwägerinnen und Schwager
  • Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder (auch des Ehe- oder Lebenspartners)
  • Schwieger- und Enkelkinder

Wie oft kann ich Pflegeunterstützungsgeld beantragen?

Es können mehrere Akut-Situationen auftreten - ein Sturz oder ein Schlaganfall zum Beispiel. In diesen Fällen können Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragen und die Beurteilung erfolgt immer individuell.

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