Ihr Internet Browser wird nicht unterstützt
Um alle Funktionen dieser Webseite korrekt nutzen zu können, verwenden sie bitte einen anderen Internet Browser.

Schleichender Eintritt von Pflegebedürftigkeit - Was tun, wenn Angehörige Hilfe brauchen?

In den seltensten Fällen werden Menschen über Nacht pflegebedürftig. Oft ist es ein schleichender Prozess - die gewohnte Körperkraft lässt nach, Stürze häufen sich, das Treppensteigen wird beschwerlicher. Vielen älteren oder kranken Menschen, fällt es schwer, sich das einzugestehen. Woran erkennen Sie, dass ein Angehöriger langfristig Hilfe benötigt? Sie vermuten eine Pflegebedürftigkeit und suchen Unterstützung? Die BKK VBU Pflegekasse bietet Rat und Unterstützung.

Wann liegt eine Pflegebedürftigkeit vor?

Nach dem Sozialgesetzbuch1 sind Menschen dann pflegebedürftig, wenn sie körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können und deshalb Unterstützung benötigen. Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn diese Beeinträchtigungen dauerhaft (voraussichtlich für mindestens sechs Monate) bestehen.

1 § 14 SGB XI

Mögliche Anzeichen für Pflegebedürftigkeit

Familie mit mehreren Generationen, bei einem Waldspaziergang

Eine Pflegebedürftigkeit zeigt sich sehr unterschiedlich. Nicht immer ist der zunehmende Pflegebedarf deutlich sichtbar.

Erste Hinweise auf einen Pflegefall können sein:

  • Überforderung im Tagesablauf: Pflegebedürftigen fällt es schwer, ihren Alltag selbstständig zu gestalten. Das beginnt bei der Körperpflege und zeigt sich auch bei der Essenszubereitung oder Hausarbeit.
  • Schleichender Verlust der Körperkraft und Beweglichkeit mit Beschwerden im Alltag, zum Beispiel beim An- oder Ausziehen oder beim Aussteigen aus der Badewanne
  • Nachlassendes Gedächtnis und Probleme bei der zeitlichen Orientierung: Die Betroffenen wirken vergesslich oder leicht verwirrt. Sie erzählen immer wieder Erlebnisse aus der Vergangenheit oder lassen öfters mal etwas liegen. Auch das können erste Anzeichen für eine Demenzerkrankung sein.
  • Verstärkter Rückzug aus dem öffentlichen und sozialen Leben: Ältere Menschen verlassen nur noch selten das Haus, die Berichte über Nachbarn oder Bekannte nehmen ab. Nicht selten macht sich eine depressive Verstimmung bemerkbar.

Checkliste für Angehörige: Schritte zur guten Pflege

Lassen Sie sich beraten.

Antworten auf die Fragen, die sich jetzt stellen, erhalten Sie bei den Kundenberaterinnen und Kundenberatern der BKK VBU Pflegekasse. Sie stellen wichtige Informationen über die Leistungen der Pflegeversicherung bereit und nennen Ihnen passende Angebote. Auf Wunsch kann eine Pflegeberatung für Sie organisiert werden.

Auch Pflegestützpunkte können eine gute Anlaufstelle sein.

Beantragen Sie einen Pflegegrad.

Stellen Sie möglichst schnell einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der BKK VBU Pflegekasse. Das Antragsdatum ist entscheidend für den Leistungsbeginn. Leistungen können frühestens ab dem Monat gezahlt werden, in dem der Antrag gestellt wurde.

Die Einstufung in die Pflegegrade 1 bis 5 erfolgt durch den Medizinischen Dienst (MD). Diese Beurteilung ist die Voraussetzung, um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten. Nachdem der Antrag gestellt wurde, vereinbart der MD eine Pflegebegutachtung – in der Regel dort, wo die Pflege stattfinden soll.

Bereiten Sie sich auf die Begutachtung durch den MD vor.

Wir beauftragen den Medizinischen Dienst (MD) mit der Pflegebegutachtung. Der Gutachter des MD vereinbart einen Besuchstermin, um einen Eindruck von der persönlichen Pflegesituation zu gewinnen. Schildern Sie alle Einschränkungen des Pflegebedürftigen im Alltag und verhelfen Sie dem Gutachter so zu einem umfassenden Bild.
Dieses dokumentiert er gegenüber der BKK VBU Pflegekasse. Wir leiten Ihnen das Gutachten weiter – zusammen mit dem ermittelten Pflegegrad.

Tipp: Führen Sie ein Pflegetagebuch und dokumentieren Sie mindestens eine Woche lang den Unterstützungsbedarf des pflegebedürftigen Menschen. Pflegeprotokolle dienen nicht nur der eigenen Einschätzung der Pflegesituation, sondern helfen dem Gutachter, den Grad der Selbstständigkeit eines Pflegebedürftigen realistisch einzuschätzen.

Planen Sie eine angemessene Versorgung.

Von der häuslichen Pflege durch Pflegepersonen und ambulante Pflegedienste über die 24-Stunden-Pflege bis hin zur vollstationären Pflege im Pflegeheim gibt es eine Vielzahl an Pflegeformen. Die passende Versorgung für den jeweiligen Bedarf zu bestimmen, ist nicht immer einfach.

  • Überlegen Sie gut, ob Sie sich die Pflege zu Hause zutrauen. Erhebliche körperliche wie psychische Belastungen kommen dabei auf Sie zu. Lässt sich die Pflege mit Ihrer Familie und Ihrem Beruf vereinbaren? Wie viel Zeit haben Sie realistisch betrachtet?
  • Entscheiden Sie, ob Sie Unterstützungsangebote wie beispielsweise Tages- oder Nachtpflege wahrnehmen möchten oder ob die Unterbringung im Pflegeheim doch die beste Option ist. Womöglich hat eine Beratungsstelle die Pro- und Contra-Argumente bereits mit Ihnen erörtert. Besprechen Sie sich ausführlich mit ihrem pflegebedürftigen Angehörigen, um auszuloten, welches die beste Lösung für alle Seiten ist.

Klären Sie wichtige Fragen und die Aufgabenverteilung.

Die meisten Pflegebedürftigen möchten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und von einer vertrauten Bezugsperson versorgt werden. Damit das möglich ist, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Angefangen bei der Wohnung selbst: Ist sie barrierefrei? Lassen sich notwendige Umbauten ohne allzu großen Aufwand realisieren?

Wenn Sie sich entschieden haben, selbst zu pflegen,...
bedeutet das nicht, dass Sie alles selbst machen müssen. Planen Sie, welche Aufgaben verteilt werden können und wo Sie professionelle Unterstützung bekommen. Eine gute Vorbereitung ist gefragt, damit Sie diese Herausforderung nicht alleine meistern müssen:

  • Können Sie auf weitere Angehörige, Freunde oder Nachbarn zurückgreifen, um eine Vertretungsregelung zu organisieren?
  • Oder eine Haushaltshilfe hinzunehmen, die sich regelmäßig um den Haushalt kümmert?
  • Kann das Mittagessen beispielsweise während der Woche durch einen Menü-Bringdienst geliefert werden?
  • Können Fahr- oder Begleitdienste einspringen, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr mobil ist?
  • Ist ein Hausnotrufgerät sinnvoll für Zeiten, in denen Sie nicht da sind?

Melden Sie sich für einen Pflegekurs an.

Pflegen will gelernt sein. Die BKK VBU Pflegekasse unterstützt Sie bei Ihrer Pflegetätigkeit mit kostenlosen Schulungen. Entweder direkt in der Wohnung des Pflegebedürftigen, in einem Kurs in der Nähe Ihres Wohnorts oder zeitlich flexibel im Internet. Fachkräfte versorgen Sie dabei mit umfangreichem Praxiswissen zu Körperpflege und Ernährung, zum Einsatz von Hilfsmitteln und der Medikamentengabe.

Kümmern Sie sich um Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Co.

Nachdem die Pflege organisiert ist, geht es nun darum, bestimmte rechtliche Fragestellungen zu regeln. Wenn der Pflegebedürftige bereits jetzt oder später bestimmte Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann, muss jemand für ihn einspringen. Für diesen Fall gilt es vorzusorgen.

Wichtige Informationen zu Verfügungen und Vollmachten

nach oben