Fragen und Antworten zur stationären Pflege - Wichtiges über vollstationäre Pflege, Wohngruppen oder Palliativpflege

Sobald jemand professionell im Heim oder in einer Wohngruppe betreut wird, greift die stationäre Pflege. Auch in diesem Bereich gilt es, das Wesentliche zu wissen, um schließlich die beste Entscheidung zu treffen. Was bei der vollstationären Pflege zu beachten ist, welche Fragen ein Wohngruppenzuschlag aufwirft oder wie stationäre Behindertenhilfe und die Versorgung im Hospiz organisiert werden, beantworten wir Ihnen auf dieser Seite.

Vollstationäre Pflege

Wer kann die vollstationäre Pflege nutzen?

Jede/r Pflegebedürftige kann die Leistungen der vollstationären Pflege in Anspruch nehmen, eine Prüfung findet nicht statt.

Welche Leistungen übernimmt die Pflegekasse während der vollstationären Pflege?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für die Betreuung, die pflegerischen Tätigkeiten und die medizinische Behandlungspflege (zum Beispiel Wundversorgung) mit einem monatlichen Pauschalbetrag. Die Höhe ergibt sich aus dem Pflegegrad. Die Aufwendungen für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten sowie zusätzliche Leistungen trägt der Pflegebedürftige selbst.

Was ist der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) bei der vollstationären Pflege?

Seit dem 1. Januar 2017 gilt in jeder vollstationären Pflegeeinrichtung ein einheitlicher Eigenanteil für die Pflegegrade 2 bis 5. Einmal festgelegt, gilt dieser auch dann, wenn sich der Pflegebedarf ändert. Die Betroffenen zahlen also keinen höheren Betrag, wenn sie mehr Pflege brauchen.

Stationäre Behindertenhilfe

Welcher Personenkreis kann die Behindertenhilfe nutzen?

Behinderte pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5, die in vollstationären Einrichtungen rund um die Uhr gepflegt werden, haben Anspruch auf Behindertenhilfe.

Wie hoch sind die Leistungen der Behindertenhilfe?

Die Pflegekasse zahlt einen Pauschalbetrag in Höhe von zehn Prozent des Heimentgelts, bis maximal 266 Euro monatlich.

Erhält der Pflegebedürftige Leistungen, wenn er sich nicht in der Einrichtung befindet?

Ja. Für diese Zeiten, zum Beispiel während eines Urlaubs, an Wochenenden oder in der Ferienzeit, hat er Anspruch auf die Sachleistungen eines Pflegedienstes sowie auf Pflegegeld, Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.

Hospizversorgung / Palliativversorgung

Was ist das Ziel einer Hospiz- oder Palliativversorgung?

Im Vordergrund der Hospizarbeit steht die ambulante Betreuung im Haushalt oder in der Familie mit dem Ziel, sterbenden Menschen ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer Angehörigen stehen an erster Stelle.

Wird eine Palliativversorgung nur ambulant durchgeführt?

Nein. Pflegeheime, Krankenhäuser, insbesondere Palliativstationen, und Hospize bieten die stationäre Palliativversorgung an. Ziel ist, die Lebensqualität des sterbenden Menschen zu verbessern, seine Würde nicht anzutasten und aktive Sterbehilfe auszuschließen.

Wer kann in ein stationäres Hospiz aufgenommen werden?

Patienten,

  • die an einer unheilbaren Erkrankung leiden und eine palliativ-medizinische und palliativ-pflegerische Versorgung benötigen,
  • deren Lebenserwartung kurz ist (Tage oder wenige Monate, bei Kindern auch Jahre),
  • bei denen eine Krankenhausbehandlung nicht erforderlich ist und eine ambulante Versorgung im Haushalt oder in der Familie nicht ausreicht.

Wer trägt die Kosten des Hospizaufenthaltes?

Die Pflege- oder Krankenkassen zahlen Zuschüsse zur Hospizbehandlung. Zuschussfähig sind 95 Prozent des tagesbezogenen Bedarfssatzes.

Muss ich für das Hospiz einen Eigenanteil oder eine Zuzahlung leisten?

Eigenanteile dürfen weder gefordert noch angenommen werden.
Zudem darf der nicht zuschussfähige Anteil des Bedarfssatzes den Patienten weder ganz noch teilweise in Rechnung gestellt werden. Er wird meist über Spenden finanziert.

Wohngruppenzuschlag

Wer hat Anspruch auf einen Wohngruppenzuschlag und in welcher Höhe?

Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 in ambulant betreuten Wohngruppen haben Anspruch auf einen pauschalen Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214 Euro monatlich.
Die Voraussetzungen dafür sind, dass sie ambulante Sachleistungen, Pflegegeld und/oder Kombinationsleistungen beziehen, Angebote zur Unterstützung im Alltag oder den Entlastungsbetrag nutzen.

Welche Bedingungen gelten für den Wohngruppenzuschlag?

Die Zahlung setzt voraus, dass...

  • mindestens drei und höchstens zwölf Bewohner, von denen mindestens drei pflegebedürftig (Pflegegrad 1 bis 5) sind, in einer gemeinsamen Wohnung leben und eine häusliche Pflege unterstützt. Eine gemeinsame Wohnung bedeutet eine abgeschlossene Wohneinheit.
  • Zudem müssen der Sanitärbereich, die Küche und ein Aufenthaltsraum allein oder gemeinsam genutzt werden können.
  • Die Wohnung muss von einem eigenen, abschließbaren Zugang vom Freien, von einem Treppenhaus oder von einem Vorraum zugänglich sein.

Welche Informationen muss ich bei Antragstellung der BKK VBU Pflegekasse mitteilen?

Die BKK VBU Pflegekasse benötigt

  • eine formlose Bestätigung des Antragstellers, dass die entsprechende Anzahl von Pflegebedürftigen vorhanden ist
  • die Adresse und das Gründungsdatum der Wohngruppe
  • den Mietvertrag einschließlich eines Grundrisses der Wohnung
  • den Pflegevertrag
  • Vorname, Name, Anschrift und Telefonnummer sowie Unterschrift der Präsenzkraft und eine Auflistung ihrer Aufgaben innerhalb der Wohngruppe

Was ist eine Präsenzkraft?

Eine Präsenzkraft ist damit beauftragt, allgemeine organisatorische, verwaltende, betreuende oder das Gemeinschaftsleben fördernde Tätigkeiten zu erledigen oder bei hauswirtschaftlichen Aufgaben zu unterstützen. Dies ist unabhängig von der individuellen pflegerischen Versorgung.

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